Inventarisation




Inventarisation in der Lübecker Denkmalpflege
Neben der Inventarisation einzelner Gebäude aufgrund aktueller Vorgänge (z. B. Bauantrag) gab und gibt es in Lübeck über Drittmittel (mit-)finanzierte systematische Erfassungen der denkmalverdächtigen Bausubstanz:
- 1984-1988: Erfassung der Vorstadthäuser. Die Ergebnisse liegen in Form von Karteikarten zu einzelnen Gebäuden und in Ordnern vor.
- 1993-2010: „Denkmalplan Altstadt Lübeck". In zwei großen Kampagnen wurden alle Innenstadthäuser archivalisch, im Inneren und Äußeren erfasst.
- 2005-2009: Wand- und Deckenmalereien in den Lübecker Altstadthäusern. Die Ergebnisse liegen seit 2010 auf dieser Website einschließlich einer Datenbank vor.
Seit 2021 sind wichtige Forschungsergebnisse auch in Buchform verfügbar: Annegret Möhlenkamp/Uwe Albrecht (Hrsg.), Wand- und Deckenmalereien im Lübecker Bürgerhaus zwischen 1300 und 1800, Petersberg 2021 (Imhof Verlag).
Geschichte der Auseinandersetzung mit den Lübecker Wand- und Deckenmalereien:
- 1866: erste nachweisbare Erwähnung einer Bürgerhaus-Ausmalung
- 1900: Theodor Hach thematisiert das Phänomen auf dem Kunsthistorikertag in Lübeck
- 1930: werden die Hochzeichnungen von Wandmalereien im St. Annen-Museum ausgestellt
- 1980–1984: Wiederentdeckung des Themas im Zuge des Forschungsprojektes „Der Profanbau der Innenstadt Lübeck"
- 1993: Publikation eines ersten Kataloges mit 512 Objekten in 165 Häusern
- 2000: internationales Kolloquium „Geschichte in Schichten" in Lübeck
- 2006–2010: Forschungsprojekt „Wand- und Deckenmalerei in Lübecker Häusern 1300–1800"
Seit Abschluss der Erfassung werden weiterhin neue Malereien gefunden. Es bestätigt sich, was schon früh vermutet wurde: wir werden in so gut wie jedem vorindustriellen Haus bei Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen mehr oder weniger gut erhaltene Ausmalungen finden.
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